Die neuesten fünf Galerie-Fotos (zum Vergrößern anklicken):                                                                 Die neuesten 48 Fossilien    Neue Kommentare

Geschrieben am 23/03/2019, 16:00 von Martin Sauter & Stefan Werner
floren-molasseNördlich von München geht die Münchener Schotterebene zirka auf Höhe von Freising in ein von tertiären Ablagerungen geprägtes Hügelland über. Dort werden in diversen Kies- und Sandgruben Sedimente der Oberen Süßwassermolasse abgebaut. Temporär können in diesen Gruben fossilführende Tonlinsen erschlossen werden, die grundsätzlich sowohl Tier- als auch Pflanzenfossilien liefern können. Aus dem Badenium der Oberen Süßwassermolasse (Alter ca. 14,9 bis 14,7 Millionen Jahre) sind z. B. Nashörner und Urelefanten nachgewiesen – solche bzw. vergleichbare Tiere kennen wir heute aus tropischen und subtropischen Gefilden. Dieses Vorkommen ermöglicht, ebenso wie das Studium der Zusammensetzung der Flora, welche in Aufschlüssen in den Landkreisen Pfaffenhofen und Freising von den Autoren untersucht wurde, Rückschlüsse auf das Klima zum Ablagerungszeitpunkt. Aufgrund der Florenzusammensetzung und der Häufigkeitsverteilung in den untersuchten Tonlinsen ergibt sich das Gesamtbild einer Auwald-Flora, die in einem mäandrierenden Flusssystems mit verlandenden Altarmen zur Ablagerung gelangt sein dürfte. Das Klima war subtropisch. Der informative, 34 Abbildungen umfassende Bericht enthält neben Geländefotos und einem Faunennachweis (Sprungbein eines Paarhufers) vor allem zahlreiche Fotos detailliert bestimmter Pflanzenfossilien (Blätter und Früchte).
Geschrieben am 16/03/2019, 18:07 von Udo Resch
seeigel-charente-maritimeFossile Seeigel mit artikuliertem Stachelkranz sind Seltenheiten. Es gibt nur wenige Fundgebiete, in denen solche Stücke mit einer gewissen Regelmäßigkeit gefunden werden können. Bei den auf Börsen angebotenen Exponaten aus Marokko handelt es sich meistens um Exponate mit lose aufgelesenen und später auf eine komplette Corona montierten Stacheln unterschiedlicher Individuen. Das von Udo Resch vorgestellte Exemplar eines Pseudocidaris mammosa aus dem Kimmeridigium einer Küstenfundstelle im Département Charente-Maritime (Westfrankreich) grenzt sich gegen dieses Material ab. Es wurde von der Brandung angeschliffen gefunden und ließ im Schliffbild einen artikulierten Stachelkranz erkennen. Die einzige Möglichkeit ein ästhetisch ansprechendes Exponat zu erhalten, bestand in einer Präparation von der gesteinsbedeckten Unterseite. Hierzu wurde eine Umbettung in einen Trägerstein vom selben Fundort vorgenommen. Wie der Autor in nur rund 15 Stunden den Transfer und die Präparation erfolgreich bewerkstelligte, sehen und lesen Sie im Bericht.
Geschrieben am 05/03/2019, 13:32 von Norbert Wannenmacher
cyamodusAus Anlass der neuesten Sammlerausstellung im Werkforum der Firma Holcim in Dotternhausen (Zollernalbkreis, Baden-Württemberg), die den Titel "Bohnenzahn und Hexengold - Fossile Schätze aus dem Muschelkalk" trägt und sich um Funde aus dem Gebiet um Freudenstadt, Rottweil und Haigerloch dreht, berichtet Norbert Wannenmacher über einen bemerkenswerten Fund des Jahres 2012. Es handelt sich um einen Schädel des Pflasterzahnsauriers Cyamodus, den er in einem Baustellenaufschluss bei Schopfloch (nahe Freudenstadt) fand. Er überließ das Fossil dem Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart, wo es perfekt präpariert wurde und aufbewahrt wird. Der Abguss, den Norbert Wannenmacher erhielt, ist so gut gelungen, das er vom Original kaum zu unterscheiden ist. Das Fossil wird von ihm im Bericht, wie auch in der Ausstellung, auf informative Weise in den regionalen geologischen Kontext eingebettet vorgestellt. Die auf Exponaten aus den Sammlungen Wannenmacher und Stappenbeck basierende Sonderausstellung wird am 12. März 2019 um 19 Uhr mit einem Vortrag des Autors ("Exkursionen in den Muschelkalk") eröffnet und läuft bis zum 28. April 2019.
Geschrieben am 03/03/2019, 14:30 von Sönke Simonsen
bonebed-buttenheimErgänzend zum Beitrag "Neue Funde aus einem Bonebed des Unteren Toarcium der Tongrube bei Buttenheim" aus der Ausgabe Nr. 35 der Steinkern-Zeitschrift wird in diesem Bericht auf die Aufschlusssituation im Unteren Toarcium der Tongrube Buttenheim eingegangen. Nach dem Erscheinen der ersten Version des Berichts und des Hefts im Oktober 2018 hat sich die Situation im Dezember 2018 sowie im Januar und Februar 2019 mehrmals deutlich verändert. Auf die veränderten Aufschlusssituationen wird in Aktualisierungen vom 6.1.2019 und 5.2.2019 eingegangen. Zuletzt bestanden durch massive Erdbewegungen im Top der Grube vorzügliche Fundmöglichkeiten für Hildaiten aus Laibsteinen des Untertoarciums. In der jüngsten Aktualisierung vom 3.3.2019 werden Fotos von neuen Funden aus dem Toarcium gezeigt, darunter Hildaiten, Fischreste, ein Tintenfischschulp und ein Ichthyosaurierschädel. (Exklusivbericht für Redakteure von Steinkern.de und Abonnenten der Steinkern-Zeitschrift - bitte zum Lesen einloggen!).
Geschrieben am 16/02/2019, 22:30 von Oliver Frank
malm-gamma-hochstallDas Gebiet der Friesener Warte bei den Dörfern Kälberberg und Hochstall (Gemeinde Buttenheim) ist unter Hobby-Paläontologen, die in der Fränkischen Schweiz sammeln, für Feldfunde aus dem Malm gamma und Malm delta (Kimmeridgium) bekannt. Auf unbestellten Feldern können im Herbst, Winter oder Frühling nach dem Pflügen und Abregnen schöne Funde, u. a. in der Schwammrifffazies getätigt werden, unter denen Seeigel die (seltenen) Lieblinge vieler Sammler sind. Es gibt ferner auch ergiebige Ammonitenäcker. Besonders interessant kann es werden, wenn es in dem landwirtschaftlich geprägten Gebiet zu Baumaßnahmen kommt. Im Sommer 2016 entdeckte der Autor bei einer zielgerichteten Wanderung (Senftenberger Felsenkeller, ein Geheimtipp!) eine Baumaßnahme mit Gesteinsaushub. Schon bei der ersten Begehung erwies sich der Aufschluss als ausgesprochen interessant und fossilreich. Es schlossen sich zahlreiche Besuche der Halden durch den Autor und seine Familie sowie durch den Steinkern-Redaktionskollegen Fritz Lang an, die im Laufe der Zeit ein arten- und individuenreiches Fundspektrum erbrachten, das sich anhand der Funde der Leitammoniten Parataxioceras perayense und Streblites tenuilobatus in den obersten Malm gamma 2 einordnen lässt. Der nun vorliegende Bericht resümiert den Aufschluss und umfasst 94 Abb. (mit über 100 Einzelfotos), welche das gesamte Spektrum der Makrofauna würdigen - Schwerpunkte desselben bildeten Ammoniten, Seeigel, Schwämme und Brachiopoden.

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