Bernstein-Fundorte in Sachsen(nähe Leipzig)

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Moderator: boborit

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Bernsteinbub
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Bernstein-Fundorte in Sachsen(nähe Leipzig)

Beitrag von Bernsteinbub » Dienstag 26. Juni 2018, 19:12

Glück auf!
Ich höre des Öfteren von Bernsteinfunden in Kiesgruben in McPomm, Brandenburg und Berlin. Jedoch habe ich noch nie etwas von Funden in Kiesgruben rund um Leipzig gehört. Jediglich in den zahlreichen Braunkohle-Tagebauten soll ab und zu mal etwas gefunden werden. Jedoch sind diese sehr groß, nicht gut zugänglich und das Betreten ist strengstens Verboten. Deshalb frage ich euch ob ihr zufälliger Weise Erfahrungen aus den Kiesgruben Leipzigs und Umgebung habt.

Danke schon mal im Voraus!Bild

Ps: im Anhang mal meine kleine aber feine Bernsteinsammlung.BildBildBildBildBild

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boborit
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Re: Bernstein-Fundorte in Sachsen(nähe Leipzig)

Beitrag von boborit » Mittwoch 27. Juni 2018, 09:59

Hallo,
mit Erfahrungen kann ich da leider nicht dienen...
Aber gratuliere zu der kleinen Sammlung und hey, da ist ja eine Inkluse dabei - eine Ameise?!
Vielleicht kannst du ein größer darstellendes Bild von der Inkluse machen?
Viele Grüße - Michael

..."Was wiederum bestätigt, dass das im Stein möglich Vorhandene sich optisch mehr verbergen, als das Sichtbare unmöglich optisch vorhanden sein kann! "

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Bernsteinbub
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Re: Bernstein-Fundorte in Sachsen(nähe Leipzig)

Beitrag von Bernsteinbub » Mittwoch 27. Juni 2018, 12:31

boborit hat geschrieben:Hallo,
mit Erfahrungen kann ich da leider nicht dienen...
Aber gratuliere zu der kleinen Sammlung und hey, da ist ja eine Inkluse dabei - eine Ameise?!
Vielleicht kannst du ein größer darstellendes Bild von der Inkluse machen?
Moin boborit, die Inkluse bekommen ich mit dem Handy leider noch nicht größer, werde es nachher mal mit der Spiegelreflex-Kamera ProbierenBildBild

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Sönke
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Re: Bernstein-Fundorte in Sachsen(nähe Leipzig)

Beitrag von Sönke » Mittwoch 27. Juni 2018, 13:14

Hi Richard,
:welcome:

Wo kommen Deine sehr schönen, hier gezeigten Bernsteine her?

Eine Bitte hätte ich noch, könntest Du die bisherigen Fotos noch durch Editieren des Beitrags unter "Dateianhänge" neu hochladen?
Wenn sie nicht auf dem Steinkernserver liegen, sind sie garantiert irgendwann weg... und der Beitrag dann nicht mehr sehr aussagekräftig.
Danke schonmal. :) Es ist natürlich auch bei künftigen Uploads sinnvoll, diese hier hochzuladen, statt die Bilder extern einzubetten.

Schöne Grüße
Sönke

Andreas H.
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Re: Bernstein-Fundorte in Sachsen(nähe Leipzig)

Beitrag von Andreas H. » Freitag 30. April 2021, 17:58

Hallo!
Also in den Leipziger Kiesgruben gibt es Bernstein (und Fossilien). War gerade vier Abende suchen, naja, kein Vergleich zur Ostsee, aber immerhin. Der größere ganz links ca. 1.4 cm Durchmesser zur Größenabschätzung. Am dritten Abend "nur" ein Haifischzahn. Letzter Abend mit besserer Lampe, daher viel mehr.
(Und hier gibt es auch in einer Kiesgrube viele Muschelfossilien in Glaukonit, tw. mit Pyritblumen, da die anscheinend tw. bis fast aufs Grundgestein gebaggert haben. Hier war ja mal ein Meer. Große Platte ca. 14 cm. Aber die fluoreszieren ja nicht, daher Funde am Tage.)
Liebe Grüße
Andreas
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Muscheln usw. in Glaukonit, tw. Pyrit
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Re: Bernstein-Fundorte in Sachsen(nähe Leipzig)

Beitrag von Klapperstein » Freitag 30. April 2021, 22:30

Was für ein spannendes Thema für mich als Leipziger :) Es scheint sich ja hier vielleicht sogar eine kleine Leipzig Gemeinschaft zu formieren :)

@ Bernsteinbub und Andreas: Kommt ihr denn aus Leipzig? Wo liegt euer Fokus?

Ich kenne nur eine Kiesgrube im Leipziger Raum, allerdings schwer bewacht mit Kamera und Wachschutz und nur mit Genehmigung zu betreten. Bernstein ist mir da noch nicht unter gekommen, leider generell eher wenig brauchbare Geschiebe. Aber wenn dann mal ein Fund kommt, so ist dieser nicht mit den nördlichen Geschieben zu vergleichen, da die Liefergebiete für die Leipziger Eisrandlage doch etwas weiter östlich liegen können. Somit ist die Suche im Leipziger Raum schon auch spannend...

LG
Stefan
Stefan

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Andreas H.
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Re: Bernstein-Fundorte in Sachsen(nähe Leipzig)

Beitrag von Andreas H. » Samstag 1. Mai 2021, 15:30

Hallo Stefan,

jepp, Leipziger. Mein Fokus? ALLES WAS GLÄNZT! Also eher schöne Kiesel, Steine, Mineralien, „GOLD UND DIAMANTEN“, aber ich lass auch keine Fossilien liegen. Ich hebe auch ne schöne Schraube auf, oder einen Donnerkeil wie letzten Abend (bin tiefer in die Kiesgrube rein, dort kein Bernstein; das interessante Geschiebe ist wohl sehr begrenzt). Alles was dem Zehnjährigen in mir gefällt. Und er nicht zu viel Schiss vor hat, z.B. mit einem Metalldetektor der Völkerschlacht nachschändeln… Oder unter Kameras rumlaufen.
Gut ran (und m.W. ohne Kameras) kommt man an die Kies- und Abraumhalden z.B. in den Kiesgruben Rückmarsdorf (gute Achate) oder Rehbach. Letztere ist interessant, da das Material aus der Elster-Saale-Eiszeit stammt; das ging sogar durch die Nachrichten. Dort auch die Glaukonit-Fossilien.
Aber auch die Braunkohlelöcher sind sicher spannend, da die ja nicht am Deck-Kies interessiert waren und den liegengelassen/ abgekippt haben. Und überall wo Feuerstein dabei ist, können auch Bernsteine liegen. Hab ich noch nicht probiert, vielleicht heute Abend. Probierenswert Cossi, Zwenki, Markleeberger (dort gab es Fossilien- und Bernsteinfunde, wahrscheinlich am SW-Ufer, da dieses aus Abraum besteht und frei begehbar ist. Ist aber alles Wildschweingebiet, was nachts und allein unterwegs nicht so prickelnd ist. Nein, die Viecher fressen keine Menschen, aber wenn neben dir eine Rotte durchs Gebüsch durchstartet, bist du einige Minuten am hyperventilieren und benötigst danach wahrscheinlich ne trocken Unterhose).
Ansonsten bin ich für jede (kamerafreie) Schandtat bereit, wobei ich, da ich mich für ein autofreies Leben in einer Großstadt entschieden habe, in meiner Mobilität eingeschränkt bin.

Liebe Grüße
Andreas

Andreas H.
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update

Beitrag von Andreas H. » Sonntag 20. Juni 2021, 18:16

Ein kleines Update nach vielleicht weiteren 15 Nächten der Suche.

Also „meine“ Bernsteingrube hab ich rundherum mehrmals nächtelang abgesucht. Dass da aktuell noch viel Findenswertes liegt, glaube ich momentan nicht. Wahrscheinlich muss ich jetzt ein Jahr warten, bis Witterung und Bagger Neues an die Oberfläche bringen. Unabhängig davon muss man ja gerade ob der Sommersonnenwende sowieso warten und warten und warten, bis es dunkel wird. Somit sicher mindestens ein Monat Pause, bevor ich es irgendwo nochmal probiere.
Am Markkleeberger SW-Ufer war ich einen Abend. Eher frustrierend, weil alles zugewachsen ist und es daher wenig Kiesflächen (und zum Glück auch keine unentspannten Wildschweine) gibt. Kein Ufer zum Streckemachen, wie es die Spinnangler sagen würden. Werd ich nicht nochmal probieren.
Streckemachen kann man am Zwenki dafür um so mehr. Kies, Kies, Kies. Und Kies. Da habe ich zwei kleine Bernsteine gefunden, im Abstand von vielleicht drei Metern. Dann kilometerlang kilometerlang kilometerlang NICHTS! (Außer einen Milanflügel mit vielen geilen Federn. Keine Ahnung, wer oder was den abgeknabbert hat. Da Federnsuchen in D verboten ist, habe ich ihn NATÜRLICH NICHT mitgenommen :D . Niemals!!!) Hab ich kilometerlang schon erwähnt? Aber da der See riesig ist, werd ich da sicher noch ein paar Nächte investieren. Der Nachweis, dass es da Bernstein gibt, ist für mich jedenfalls erbracht.
Kiesgrube Rückmarsdorf/ Schönau war ich auch eine Nacht. Nichts, obwohl da tonnenweise Kies auch mit unverwitterten Feuersteinen liegt. Und das ist sicher einen zweiten Versuch wert. Die richtige Schicht ist der Schlüssel, und ich habe sie nicht gefunden.
Und ich bin ja sicher auch nicht der Einzige, der hier das Bernsteinsuchen versucht hat. Nichts zu finden heißt ja nicht zwangsläufig, dass es da nichts gibt. Kann ja sein, dass das Gebiet schon abgesucht wurde, und somit aktuell leer aber potentiell nach jedem starken Gewitter (oder im nächsten Jahr) wieder interessant ist.

Gleichzeitig ist mir schon aufgefallen, dass es interessantes und total nutzloses Geschiebe gibt. Letztendlich ist das hier ja alles Auenland, also von Flüssen überformt. Wo die Elster nebst ihren Nebenflüssen mal jahrtausendelang durchgeknallt ist, kann an der Oberfläche kein Bernstein mit Mohshärte 2,5 überleben. Ich schätze, dass ich jetzt auch bei Tage die mich interessierenden Kiesabschnitte erkennen könnte. Wundervoll rundgeschliffene Kiesel, verwitterte, gelbe Feuersteine? Macht keinen Sinn!

Zum Bild: das ist nicht ganz alles; einige kleinere Bernsteine hab ich divers verschenkt (z.B. die vom Zwenki an eine liebe Freundin, mit der ich dort mal wundervolle Stunden am einsamen Strand verbracht habe… Ist ein schönes Andenken, denke ich. Ich jedenfalls denke gern daran zurück. Z.B. jetzt...).

Habt einen schönen Sommer voller wundervoller Erlebisse/ Erinnerungen!

Andreas
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Re: update

Beitrag von Bernsteinbub » Donnerstag 1. Juli 2021, 14:05

Andreas H. hat geschrieben:Ein kleines Update nach vielleicht weiteren 15 Nächten der Suche.

Also „meine“ Bernsteingrube hab ich rundherum mehrmals nächtelang abgesucht. Dass da aktuell noch viel Findenswertes liegt, glaube ich momentan nicht. Wahrscheinlich muss ich jetzt ein Jahr warten, bis Witterung und Bagger Neues an die Oberfläche bringen. Unabhängig davon muss man ja gerade ob der Sommersonnenwende sowieso warten und warten und warten, bis es dunkel wird. Somit sicher mindestens ein Monat Pause, bevor ich es irgendwo nochmal probiere.
Am Markkleeberger SW-Ufer war ich einen Abend. Eher frustrierend, weil alles zugewachsen ist und es daher wenig Kiesflächen (und zum Glück auch keine unentspannten Wildschweine) gibt. Kein Ufer zum Streckemachen, wie es die Spinnangler sagen würden. Werd ich nicht nochmal probieren.
Streckemachen kann man am Zwenki dafür um so mehr. Kies, Kies, Kies. Und Kies. Da habe ich zwei kleine Bernsteine gefunden, im Abstand von vielleicht drei Metern. Dann kilometerlang kilometerlang kilometerlang NICHTS! (Außer einen Milanflügel mit vielen geilen Federn. Keine Ahnung, wer oder was den abgeknabbert hat. Da Federnsuchen in D verboten ist, habe ich ihn NATÜRLICH NICHT mitgenommen :D . Niemals!!!) Hab ich kilometerlang schon erwähnt? Aber da der See riesig ist, werd ich da sicher noch ein paar Nächte investieren. Der Nachweis, dass es da Bernstein gibt, ist für mich jedenfalls erbracht.
Kiesgrube Rückmarsdorf/ Schönau war ich auch eine Nacht. Nichts, obwohl da tonnenweise Kies auch mit unverwitterten Feuersteinen liegt. Und das ist sicher einen zweiten Versuch wert. Die richtige Schicht ist der Schlüssel, und ich habe sie nicht gefunden.
Und ich bin ja sicher auch nicht der Einzige, der hier das Bernsteinsuchen versucht hat. Nichts zu finden heißt ja nicht zwangsläufig, dass es da nichts gibt. Kann ja sein, dass das Gebiet schon abgesucht wurde, und somit aktuell leer aber potentiell nach jedem starken Gewitter (oder im nächsten Jahr) wieder interessant ist.

Gleichzeitig ist mir schon aufgefallen, dass es interessantes und total nutzloses Geschiebe gibt. Letztendlich ist das hier ja alles Auenland, also von Flüssen überformt. Wo die Elster nebst ihren Nebenflüssen mal jahrtausendelang durchgeknallt ist, kann an der Oberfläche kein Bernstein mit Mohshärte 2,5 überleben. Ich schätze, dass ich jetzt auch bei Tage die mich interessierenden Kiesabschnitte erkennen könnte. Wundervoll rundgeschliffene Kiesel, verwitterte, gelbe Feuersteine? Macht keinen Sinn!

Zum Bild: das ist nicht ganz alles; einige kleinere Bernsteine hab ich divers verschenkt (z.B. die vom Zwenki an eine liebe Freundin, mit der ich dort mal wundervolle Stunden am einsamen Strand verbracht habe… Ist ein schönes Andenken, denke ich. Ich jedenfalls denke gern daran zurück. Z.B. jetzt...).

Habt einen schönen Sommer voller wundervoller Erlebisse/ Erinnerungen!

Andreas
Hallo Andreas, ich danke dir wahrhaftig für deine zahlreichen Infos. Ich hatte es lange Zeit aufgegebe, hier irgendwas zu finden. Rückmarsdorf ist 15 Min. Mit dem Fahrrad entfernt und der Cossi/Zwenki ist auch nicht weit weg. Den Kulkwitzer See könnte ich mir auch als potentiellen Fundort vorstellen, da ein relativ großer Strandabschnitt ebenfalls komplett aus Abraum/Kies besteht. Dort konnte ich vor einigen Jahren sogar eine Feuerstein Klinge finden. Auch die Schladitzer Bucht würde ich in Erwägung ziehen, da dort mit dem Breitenfelder Bernstein, soweit ich weiß, nach Bitterfeld die nächst größere Lagerstätte ist. Ich denke dort werde ich es auch mal versuchen.:) Warst du bei deinen nächtlichen Expeditionen mit der UV Lampe erfolgreicher als am Tag?

Liebe Grüße,
Richard

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Re: Bernstein-Fundorte in Sachsen(nähe Leipzig)

Beitrag von Tapir » Donnerstag 1. Juli 2021, 14:38

Hallo Andreas,
Andreas H. hat geschrieben:
Freitag 30. April 2021, 17:58
Und hier gibt es auch in einer Kiesgrube viele Muschelfossilien in Glaukonit, tw. mit Pyritblumen, da die anscheinend tw. bis fast aufs Grundgestein gebaggert haben. Hier war ja mal ein Meer. Große Platte ca. 14 cm.
Das auf der (sehr schönen Kalksteinplatte) sind keine Muscheln, sondern Brachiopoden/Armfüßer. Bei der großen Platte handelt es sich um sogenannten Beyrichienkalk aus dem Obersilur, den die Gletscher der Eiszeit aus dem Ostseeraum (Schweden/Estland/und dazwischen) zu euch geschoben haben.
Glück auf!

Johannes Kalbe

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Disclaimer: Die Beiträge können Spuren von Ironie, Fiktion, Laienmeinung oder persönlicher Einschätzung enthalten, ohne dass dies textlich oder durch bunte Kleckse kenntlich gemacht wird. Bitte gleichen Sie den entsprechenden Beitrag immer mit anderen Ihnen zugänglichen, thematisch verwandten Quellen ab.

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Two down. Four to go.

Andreas H.
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Re: Bernstein-Fundorte in Sachsen(nähe Leipzig)

Beitrag von Andreas H. » Samstag 31. Juli 2021, 09:03

Hallo Richard,

jetzt schau ich mal ein paar Tage nicht hin, und plötzlich Antworten!

Also ich habe noch nie einen Bernstein am Tage gefunden. Für mich macht die Suche im Hellen keinen Sinn. Die liegen ja nicht zuhauf rum und du musst sie von allem anderen selektieren. Im Hellen sind sie, da sie ja außerdem dreckig sind, von Kieseln nicht wirklich zu unterscheiden. Im Dunkeln leuchten sie UV-liebkost. Du kannst einen wegwerfen und hast ihn nach Sekunden wiedergefunden. Leider fluoreszieren auch viele Pflanzenteile und KAUGUMMIS, was immer wieder Bücken und Überprüfen bedeutet.

Am Kulki war ich noch nicht. Der ist schon spannend, aber mich hält davon ab, dass die Kiesstrände Badegebiet sind. Wirklich, mir gehen die hart gewordenen Kaugummis auf die Nerven. Die sind von der Fluoreszenz, von der Form und vom Gewicht Bernsteinen sehr ähnlich. Zum Selektieren vorsichtig Draufbeißen ist dabei ne blöde Idee, hatte ich schon mehrmals.

Schladitzer See! Da bin ich vor Kurzem mal im Hellen rumgestromert. Sehr spannend! Dort gibt es am Ufer tw. dunklen Geschiebeton (?) mit vollkommen unverwitterten Feuersteinen und sogar mit taubeneigroßen Kreidebrocken. Da war nichts Abrasives am Werk, sodass jeder potentielle Bernstein den Transport überlebt haben dürfte. Leider ist der ganze See und das Umland total zugewachsen, sodass es so gut wie keine absuchbare Fläche gibt. Aber ich habe mir gerade eine Taucherbrille mit UV-Schutz bestellt und will eigentlich, wenn ich meine UV-Wumme irgendwie wasserdicht kriege, dort mal nachts tauchen. Das wird sicher spannend!

An „meiner“ Bernsteingrube war ich nach den ganzen Gewittergüssen doch noch mal einen Abend. Zwei kleine Splitter, die ich sicher vorher übersehen habe. Naja, doch ein Jahr warten. Egal, ich fahr da sicher bald nochmal hin… Die Sucht des Suchenden.


Hallo Johannes,

ja, das sprengt das Bernstein-Thema, aber danke für die Infos! Wie man merkt, habe ich von Fosslien keine Ahnung :D. Brachiopoden. Was es nicht alles gibt! Auch dass die Handstücke so alt sind, hätte ich nicht gedacht. Das hat mich natürlich interessiert, ich habe diesbezüglich aber nur alte Schriften (1883) über Probebohrungen in der Sektion Zwenkau (und dort auch in Rehbach) gefunden. Dort werden die „dunkelen, grünlich-grauen, zum Theil an marinen Conchylien reichen Sanden und Thonen“ der mittleren Stufe des „Oligocän“ zugerechnet. Und in dieser Zeit war das heutige Gebiet von Leipzig ja von der Paläo-Nordsee bedeckt. (Wenn ich jetzt nach Brachis suche, finde ich sogar im Steinkern Erwähnungen von Oligozän-Brachiopoden aus der Leipziger Bucht:
https://www.steinkern.de/fossilien-alle ... uende.html.)
Des Weiteren hat mich der Fundort in der Kiesgrube gewundert. Diese Fossilienplatten liegen nicht im glazialen Kies und finden sich auch nicht auf den Kieshalden des Kieswerkes, sondern wurden sicher als unbrauchbarer, weil kiesarmer Abraum zur Hang- und Uferbefestigung verwendet. Daher meine Annahme, dass es sich nicht um glaziale Ablagerungen handele.
Die große Platte ist aber wirklich anders als die anderen; sie ist die einzige, bei der die Fossilien erkennbar aus Kalk bestehen. Diese sind tw. auslösbar, fast weiß und leicht zu zerbrechen. Bei den anderen Platten sind die Fossilien dunkel, zu festem Gestein (Mohshärte ca. 3,5, Dichte ca. 2,5 g/cm^3) verbacken und lösen sich auch nicht so schnell in HCL auf. Mein Lieblingshandstück, welches ich fast vollständig von dem glaukonithaltigen Belag befreit habe, ist ca. 10x6,5x2,5 cm groß. Aber was ich daran wirklich spannend finde, ist wenn man es mit einer Lupe betrachtet. Egal, was das alles genau ist, es ist einfach nur schön! (Bildausschnitt ca. 2,5x1,5 cm)

Liebe Grüße und update, wenn ich tauchen war

Andreas
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Andreas H.
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Re: Bernstein-Fundorte in Sachsen(nähe Leipzig)

Beitrag von Andreas H. » Freitag 20. August 2021, 18:11

kleines Tauchupdate

Gleich vorneweg: nix gefunden, was im Nachhinein nachvollziehbar ist und nix heißen muss.
So.
Es gibt anscheinend keine Tauchmasken mit UV(A)-Schutz. Habe mir welche bestellt, die damit geworben haben. Gingen alle zurück. Bin dann in ein Tauchgeschäft. Die meinten, von so etwas haben sie noch nie gehört, wozu auch, man schaut ja nach unten und nicht in die Sonne. Habe trotzdem alle Masken des Shops getestet, keine dabei. Habe mir dann was aus einer großen Schutzbrille gebastelt, also diese wie einen „Filter“ vor meine Maske gezurrt. Funktioniert! UV-Leuchte mit Fahrradschlauch usw. wasserdicht gemacht. Funktioniert. Im Cossi ausprobiert. Funktioniert, wobei die Schwebeteilchen auch fluoreszieren, man also nen „blauen“ Beam hat und relativ nah an den Grund tauchen muss. Geht. Gestern dann Schladitzer See, an der Stelle, wo ich die Tone und Kreiden und Feuersteine gefunden habe. Leider ist da nach ca. 5 m alles total mit Wasserpflanzen zugewachsen. Keine absuchbaren Löcher oder Ähnliches, einfach ein riesiges grünes meterhohes Dickicht. Im Uferbereich keine Bernsteine, was mich auch gewundert hätte, da die dort sofort weggespült werden würden (hab einen mitgebrachten mal dort „ausgelegt“, um zu sehen, wie er auf die Wellen reagiert).
Also ohne Ortskenntnis Essig. Wie fast immer. Ich müsste jetzt den See besser kennen lernen, also wo Kiesabschnitte oder -bänke und keine Wasserpflanzen sind. Aber der See ist von mir 20 km entfernt. Keine easy Fahrradstrecke für mich. Bin mir unschlüssig, ob ich da nochmal hinfahre, ist echt Aufwand. Vielleicht eher nochmal Cossi, z.B. an den Uferabschnitten, wo man easy Braunkohlestücke im Wasser findet.
(Und sollte es im Schladitzer See „endemischen“ Bernstein wie in der Goitzsche geben, dann müsste man eh tiefer tauchen als von mir mit Schnorchel machbar, denke ich.)
Zwenki eine weitere Nacht. Nichts. Kulki einen Abend: unterschiedliche Feuersteine nebeneinander. Schwarze, scharf splittrige neben gelben runden. „Tausend“ Menschen, zehn Kaugummis, keine Bernsteine.

Liebe Grüße
Andreas

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Re: Bernstein-Fundorte in Sachsen(nähe Leipzig)

Beitrag von Klapperstein » Dienstag 31. August 2021, 16:44

Du betreibst einen bemerkenswerten Aufwand bei der Bernsteinsuche. Ich denke ich würde die Zeit in eine Reise in fündigere Regionen investieren, dort würdest du bei deiner Ausdauer sicherlich eine gute Ausbeute haben. Falls du weiterhin tauchen gehen willst, so solltest du auch nach Haizähnen gucken, welche im Störmthaler See noch an einigen Uferabschnitten zu finden sein sollen.

Vielen Dank für deine Updates!
Stefan
Stefan

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