Unterer Jura (Lias)

Plesiosaurier bei Nieheim (Kreis Höxter) gefunden

Mitte Juni dieses Jahres glückte mir bei meinem ersten Besuch in einer Tongrube im Unterpliensbach von Nieheim (Kreis Höxter) ein sensationeller Fund - eine Wirbelkette, die weiter in den Boden lief, weshalb der Fund noch am Tag der Entdeckung dem LWL-Museum für Naturkunde Münster gemeldet wurde. Dort zeigte man sofort Interesse für die Fundmeldung und bereits einen Tag später war mit Dr. Peter Lanser ein Wirbeltierexperte vor Ort um den Fund in Augenschein zu nehmen. Einen weiteren Tag später war bereits ein Grabungsteam in der Tongrube und es wurde mit den Freilegungsarbeiten begonnen, in deren Verlauf die Wirbelkette immer länger wurde und schließlich auch "Paddel" sowie große Knochen im Becken- und Brustbereich auftauchten. Insgesamt wuchs der vorläufig als Plesiosaurier zugeordnete Fund auf etwa 4 Meter Größe an, wobei sich nun im Halsbereich eine Störungszone befindet und somit nicht klar ist, ob der Kopf noch gefunden werden kann. Es werden aber alle Anstrengungen unternommen um diesen noch zu finden und zu bergen, wie es mit den ersten 4 Metern, die im Blockbergungsverfahren aus dem Boden geholt und nach Münster gebracht wurden, bereits geschehen ist.

Bislang hatte ich auf eine Meldung bei Steinkern.de verzichtet um die Ausgrabungsarbeiten nicht zu stören, da jedoch in den letzten Tagen in den Lokal- bzw. Regionalzeitungen (Neue Westfälische, Westfalen-Blatt) sowie u.a. bei Radio Hochstift, dem WDR und in der Bildzeitung berichtet wurde, erübrigt sich ein weiterer Verzicht aufs Publizieren inzwischen.

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Die Fundstelle wird von einem Sicherheitsdienst bewacht, wenn das Grabungsteam nicht vor Ort ist. Ein Betreten ist zur Gewährleistung eines reibungslosen Arbeitsablaufes aktuell nicht gestattet, inzwischen ist aber ohnehin alles bisher Gefundene schon in Münster, weshalb es an der Fundstelle nicht mehr viel zu sehen gibt.

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Die Ausgrabung war und ist ein ständiger Kampf mit dem quellartig aus dem Boden drückenden Grundwasser. Es musste viel gepumpt werden, gleichzeitig war und ist das Wasser aber auch mit dem Sicherheitsdienst ein doppelter Schutz gegen etwaige Raubgräber.

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Die Grabungstechniker Herr Schlösser und Herr Ludorf zu Beginn der Freilegung im Juni. Foto: A. Simonsen-König

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Wirbel im Bereich der Schwanzwirbelsäule.

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Ein weiterer Teil der Wirbelsäule nach der Freilegung und vor der Zudeckung mit Epoxidharz für die "Blockbergung". Foto: Thomas Rebbe

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Größere Knochen im Beckenbereich des Sauriers.

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Weitere große Knochen, die teilweise einigen Sekundenkleber verschlangen. Foto: Thomas Rebbe

Weiterführendes
Wer interessiert ist, wird über http://www.google.de mit den Suchworten "Plesiosaurier" und "Höxter" den ein oder anderen Zeitungsbericht finden.
Eine Diskussion zum Fund gibt es im Steinkern.de Forum unter
http://www.steinkern.de/forum/viewtopic.php?t=2525
zu finden!

Ergänzender Literaturhinweis vom 15. November 2008:
Simonsen, S. (2008): Entdeckung, Bergung und Präparation eines Plesiosauriers, Der Steinkern - Heft 1, S. 8-14

Dank
Mein besonderer Dank gilt Thomas Rebbe ("tom" im Steinkern.de Forum), für die Erlaubnis seine Bilder für diesen Bericht zu verwenden.

Rechtlicher Hinweis
Bilder aus diesem Bericht dürfen nur mit Erlaubnis des jeweiligen Fotografen verwendet werden.

Sönke Simonsen
 
 

 
 
Weiterführendes:
Was nach seiner Entdeckung und Bergung aus dem Fund wurde, erfahren Sie in Der Steinkern - Heft 13:
 
 
plesiosaurier-westphaliasaurus